Angebote des Naturkundemuseums Karlsruhe für sehbehinderte und blinde Menschen

Folgende Termine  mit besonderen persönlich vermittelten Angeboten sind für sehbehinderte und blinde Menschen geplant:

Am Samstag, den 11. Mai 2024, findet um 15 Uhr ein öffentliches Museumserlebnis zum Thema “Kreislauf der Gesteine“ statt. Bei diesem können in unserem Naturraum verschiedene Gesteine ertastet werden und es gibt spannende Informationen zu der Entstehung dieser Gesteine. 

Ein weiteres öffentliches Tastangebot zum Thema „Waldbewohnern auf der Spur“ gibt es am 17.August 2024 um 15 Uhr – dabei dürfen u.a. verschiedene Tierpräparate ertastet werden.

Die Veranstaltungen dauern je 1,5 Stunden und es ist keine Anmeldung notwendig. Es fallen lediglich der Ausstellungseintritt sowie 2 € Gebühr für die Teilnahme an.

Quelle: Naturkundemuseum Karlsruhe

Hör- Führungen per Telefonkonferenz für blinde und sehbehinderte Besucher — aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe.

Mittwoch 10. April 2024 von 17–18 Uhr

Die faszinierende Welt der Kelten mit Korinna Ammon M. A.

Kulturelle Verflechtungen, spannende Artefakte und bahnbrechendes Metall prägen diese Hör-Reise durch Baden und weit darüber hinaus. Von Fürstensitzen, Prunkgräbern, Kunst und Handwerk 

Teil 2: Die Latène-Kultur der jüngeren Eisenzeit.

Teilnahmegebühr: 5 Euro 

Die Telefonkonferenz läuft über den Anbieter FreeTelco. Einen Tag vor der Führung bekommen Sie per Email die Einwahlnummer und den Zugangs-Code zugeschickt. Außer den Telefongebühren ihres Anbieters fallen keine weiteren Gebühren an.

Um Anmeldung wird gebeten.

Mail:  service@landesmuseum.de             

Tel.: 0721 / 926 – 6520

Vorschau Hörführungen jeweils 17 – 18 Uhr:

Hörführungen zur Großen Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters. 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“:

Mittwoch 15. Mai 2024: „Vom Wanderbischof bis zum St. Gallener Klosterplan: Zur Geschichte der Klosterinsel“

Mittwoch 12. Juni 2024: „Viele Gebete, wenig Schlaf: Mönchisches Leben im Mittelalter“

Mittwoch 10. Juli 2024: „Von Federkielen und Prachthandschriften: das Reichenauer Skriptorium“

Mittwoch 14. August 2024: „Von gemalten Wundern und kostbaren Schreinen: Ein Streifzug durch die romanische Inselkirchen“

Mittwoch 11. September 2024: „Wetterhahn und Münzenring: Lieblingsobjekte in der Großen Landesausstellung“

Mit Eva Unterburg

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Pilotprojekt Schulung bei der Bahnhofsmission

Zum ersten Mal startete die Bahnhofsmission Karlsruhe in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe Blickpunkt ein Pilotprojekt. Hierbei werden ehrenamtliche Mitarbeitende hinsichtlich in Begleittechniken im Umgang mit sehbehinderten und blinden Menschen geschult. Die Ehrenamtlichen unterstützen sehbeeinträchtigte Reisende beim Ein- und Umstieg an dem Bahnsteigen.

Als Referent für diese Schulung wurde ein Mitglied der Selbsthilfegruppe Blickpunkt eingeladen.

Die Schulung war in einem theoretischen und einem praktischen Teil gegliedert. Beim theoretischen Teil wurden verschiedene Arten von Sehbehinderung und Verkehrsschutzzeichen referiert. Anschließend wurden im Praxisteil entsprechende Techniken für die Begleitung erklärt und im geschützten Raum geübt. Nach einer kurzen Pause konnten nun die Teilnehmenden diese Übungen innerhalb vom Bahnhofsgelände ausprobieren. Ebenfalls wurden sie simuliert durch Dunkelbrillen blind geführt und konnten ihre Selbsterfahrungen sammeln.

Abschließend konnten die Teilnehmenden bei der „Feedback-Runde“ ihre Eindrücke vom Praxisteil aber auch grundsätzlich Kritik und Verbesserungswünsche über die erste Schulung mitteilen.

Ein rundum guter Start für das Pilotprojekt der Bahnhofsmission konnte verbucht werden. Der Wunsch eine weiterführende Schulung zur gegebener Zeit anzubieten wird sicher folgen.

DRK-Familientag im zoologischen Stadtgarten

Zum 10jährigen Jubiläumstag vom DRK-Familientag (leider die letzte Veranstaltung in dieser Form) beteiligten sich vielfältige Organisationen, Verbände und Initiativen.

Die Selbsthilfegruppe Blickpunkt war zum achten Mal mit dem Aktionsstand „Sehbehindertenpfad“ in der Nähe vom Duft- und Tastgarten präsent. Außerordentlich viele „kleine und große“ Besucher*innen konnten bei „Blickpunkt“ ihren Tast- und Geruchssinn einsetzen. Beim Riechen kamen beispielsweise spontane Aussagen wie: Das riecht wie mein Kaugummi (Pfefferminze), es riecht wie mein Shampoo (Lavendel), das ist bei uns auf den Waffeln (Zimt), in Bounty ist das auch drin (Kokosnuss).  

Auch das Tast-Domino fand großen Anklang. Hierbei mussten gleiche Formen alleine nur durch das Ertasten erkannt werden. Manche Kinder bauten mit dem Tast-Domino Straßen und hatten sichtlich Freude an dem Spiel. Sehr faszinierend war die Blindenschrift, welche durch verschiedene Materialien, wie Blindenschriftbuch, Schreibmaschine und Alphabet anschaulich dargestellt wurde. Zahlreiche Namen wurden in Blindenschrift geschrieben, welche die Besucher*innen als Souvenir mit nach Hause nahmen. Alle hatten beim Sehbehindertenpfad viel Spaß und bleibende Eindrücke gewonnen.

Besuch an der Friedrich-Ebert-Grundschule

Gleich zwei Schulklassen des zweiten Schuljahres an der Friedrich-Ebert-Grundschule nahmen im Sachkundeunterricht das Thema „Sinne“ durch. Dabei wurde auch das Auge als Sehsinn thematisiert. Hierbei kam die Überlegung auf – Blind sein, wie geht das im Alltag?

Um konkrete Antworten zu erhalten wurde die Selbsthilfegruppe Blickpunkt kontaktiert und angefragt, ob eine blinde Person im Unterricht mitwirken könnte.

Dieser Anfrage kam die Selbsthilfegruppe Blickpunkt gerne nach. Somit besuchte die blinde Person beide Schulklassen an einem Vormittag. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde im Sitzkreis berichtete die blinde Person über den Blindenlangstock, Blindenampeln und dem Blindenleitsystem. Darauf hin wurden zahlreiche Fragen gestellt, wie beispielsweise: Wie kannst du kochen? Wie weißt du die Farben Deiner Kleidung? Wie kannst du einkaufen gehen? Wie kannst du bezahlen? Welchen Sport machst du? Wie weißt du die Uhrzeit? Und viele weitere Fragen sprudelten nur so von den Kindern heraus. Der blinde Besuch beantwortete alle Fragen ausführlich und zeigte dazu einige Hilfsmittel und Materialien auf. Auch die Blindenschrift fand großes Interesse wie das Blindenschriftbuch und ein Reliefkalender. Der blinde Besuch hatte die Namen der Schüler*innen in Blindenschrift geschrieben und auf Karten angebracht. Diese wurden entsprechend verteilt und in der Nacharbeitung nochmals als Thema aufgenommen. Die Schüler*innen bedankten sich bei der blinden Person für das Geschenk (Namenskarte in Blindenschrift), für die vielen neuen Informationen und für den Besuch. Sie fanden es sehr interessant, gar nicht langweilig, super toll und cool eine blinde Person persönlich erlebt zu haben.

Seminare beim Baden Airport

Nach drei Jahren Zwangspause bedingt durch Corona konnten endlich wieder die Schulungen des Sicherheitspersonals beim Baden Airport starten. Bereits im Dezember vergangenen Jahres fand die erste von insgesamt fünf Schulungen in Folge statt. 

Die Referenten vom Deutschen Roten Kreuz, die Pflegedienstleitung sowie der Selbsthilfegruppe Blickpunkt führten die Seminarteilnehmer*innen in das Thema der mobilitätseingeschränkten Menschen ein und begleiteten sie den Seminartag über mit Rat und Tat.

Zu Beginn der Schulung wurde eine Vorstellungsrunde anberaumt um sich näher kennen zu lernen. Anschließend referierte die Pflegedienstleiterin welche beim DRK angesiedelt ist, im theoretischen Teil über die Formen von Behinderungen, den Umgang mit behinderten Menschen, Hilfsmittel für körperbehinderte Menschen und der Umgang mit diesen Hilfsmitteln, Sicherheitsratschläge sowie Hilfsmittel für besonders schwerhörige Menschen. Die Leiterin der Selbsthilfegruppe Blickpunkt übernahm im theoretischen Teil die verschiedenen Formen von Sehbehinderungen und Blindheit sowie die Verkehrsschutzzeichen. Ein Film zeigte zuerst den falschen und danach den richtigen Umgang in Bezug auf die Begleittechniken mit hochgradig sehbehinderten und blinden Menschen. Anschließend folgten rollierende Übungen im Unterrichtsgebäude wie beispielsweise der Umgang mit Rollstühlen und Rollatoren, das Führen von Blinden um Hindernisse, Treppen, Engstellen und das Anzeigen von Sitzmöglichkeiten. Die Seminarteilnehmer konnten anhand von Brillen mit Seheinschränkung und mit Dunkelbrillen eigene Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Nach der Mittagspause waren die Seminarteilnehmer gestärkt um die Abläufe vor Ort durch zu spielen. Daher begannen die Übungen am Infoschalter um die mobilitätseingeschränkte Person in Empfang zu nehmen, sowie die Erläuterungen zum Gebrauch der Induktionsschleife für besonders schwerhörige Menschen. Des Weiteren folgten Übungen beim Checkin und der Sicherheitskontrolle. Auch die Situation am Gate und die Behindertentoiletten wurden durchgespielt. Eine weitere wichtige Übung war das Ankommen von Passagieren aus den Schengen-Staaten, aus den Nicht Schengen Ländern inklusive Gepäckband und Zollabfertigung. Die letzte Übung betraf die Übergabe des mobilitätseingeschränkten Fluggastes zum Taxi oder den Angehörigen. Eine sogenannte „Feedback-Runde“ gab allen Beteiligten die Möglichkeit Kritik, Anregungen bzw. Änderungen oder Vorschläge zur Verbesserung mitzuteilen. Das Konzept kam gut an, so dass es bei dem nächsten Seminar beim Baden-Airport fortgesetzt werden kann.

Durch diese Schulungen ist das behindertenfreundliche Zertifikat für zwei Jahre gültig. Danach sind weitere Auffrischungen in Form von Seminaren für das Sicherheitspersonal notwendig. 

Blinder Besuch an der DRK Landesschule

Auch in diesem Jahr wurde die Selbsthilfegruppe Blickpunkt von der DRK Landesschule Baden-Württemberg eingeladen über den Alltag mit einer erheblichen Sehminderung zu berichten. Diese Einladung nahm „Blickpunkt“ gerne an. Eine blinde Person besuchte gleich zwei Schulklassen in kurzen Abständen für Notfallsanitäter*innen im ersten Ausbildungsjahr. Nach der Vorstellungsrunde zwecks zum näheren kennen Lernen berichtete der blinde Besuch über die alltäglichen Herausforderungen und Grenzen diese zu bewerkstelligen. Viele Bereiche wurden besprochen wie beispielsweise die Mobilität im öffentlichen Raum, Barrierefreiheit auch in der digitalen Welt (was ist möglich und wo gibt es unüberwindbare Hürden?). Die Schüler*innen stellten zahlreiche Fragen, welche anschaulich und ausführlich beantwortet wurden. Natürlich stand auch die Blindenschrift im Fokus. Hierzu erhielten die Anwesenden Kärtchen, auf denen der Name in Blindenschrift geschrieben war, ausgehändigt. Mit Hilfe von einem Blindenschriftalphabet konnten sie den Namen entschlüsseln und an die entsprechende Person übergeben. Das große Blindenschriftbuch faszinierte die Schulklasse, wie dies möglich ist überhaupt mit den Händen lesen zu können. Zwei interessante, informative und beeindruckende Vormittage neigten sich dem Ende zu. Die Erinnerungen an den blinden Besuch wird den beiden Schulklassen sicher noch nachhaltig seine Wirkung zeigen.

Blickpunkt in SWR4: Sehbehindert unterwegs in Karlsruhe

Anlässlich des internationalen Louis Brailletages standen wir für einen Beitrag bei SWR4 zum Thema bereit. Hier geht’s zum SWR4-Beitrag. Auszug:

Verein “Blickpunkt” für Blinde und Sehbehinderte gegründet

Damals begann also ein neues Leben für Gabriele Becker, mit dem sie sich mittlerweile gut arrangiert hat. Ihre Erfahrungen, aber auch die Enttäuschungen, die sie über all die Jahre als blinde Person gesammelt hat, waren der Grund für die Gründung des Vereins Blickpunkt. Menschen mit einer Sehschädigung, deren Angehörige, sowie Menschen, die sich für das Thema interessieren, bekommen hier neue Eindrücke und Informationen, werden unterstützt und beraten.

In Gabriele Beckers Alltag spielt die Brailleschrift eine wichtige Rolle. Mit den Fingern ertastet sie die kleinen Erhebungen und ihre Anordnung und kann so Buchstaben und Worte lesen. In ihrem Haushalt ist vieles mit Brailleschrift beschriftet: Salz und Mehl beispielsweise oder Medikamente, weil die nicht über den Geruch unterscheidbar sind.

Blind unterwegs Karlsruhe: Mit Braille und weißem Stock — SWR Aktuell, Abruf vom 26.01.2023

Seminar “Blindes Vertrauen”

Bereits seit nunmehr 13 Jahren kooperiert die Selbsthilfegruppe Blickpunkt mit dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Karlsruhe e.V. (DRK) in der Durchführung des Lehrgangs „Blindes Vertrauen“. Hierbei werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz insbesondere für Sanitätsdienste geschult. Aber auch Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe, die sich beim DRK ehrenamtlich engagieren möchten, haben schon in den vergangenen Jahren zahlreich an diesem Kursangebot teilgenommen. Somit sind viele Ehrenamtliche im Einsatz für den Besuchs- und Begleitdienst für sehbehinderte und blinde Menschen.

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17 Jahre Selbsthilfegruppe Blickpunkt

Einblick – Durchblick — Blickpunkt

17 Jahre Selbsthilfegruppe Blickpunkt für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe

„Bei euch gibt es ganz viel zu fühlen“ und sie begibt sich mit ihren kleinen Händen auf Entdeckungsreise. Ein 6 jähriges blindes Mädchen freut sich ganz besonders am Infostand von „Blickpunkt“. Es ist erstaunlich mit zu erleben, wie neugierig und wissbegierig die kleine Besucherin doch ist.

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